Avignon

Anreise 26.08.

Am 26.08 ging die Reise für uns los. Jedenfalls für die Schwaben, die die kurze Strecke von 2.200 km mit dem Auto fahren wollten. Warum man sowas macht? Weil man dann vor Ort ein Auto hat, nebenbei was sieht und in der Regel auch nicht abstürzen kann. Also sattelten wir kurzerhand das Dieselross (Skoda Octavia 1.9 TDI) sagten zu allen Tschüss und gingen auf die Piste. Zunächst durch Süd Württemberg und Südbaden, direkt über den Schwarzwald um die Geländegängigkeit des Fahrzeugs zu testen. Eine Stadtdurchfahrung von Freiburg und schon waren wir quasi in Frankreich. Vive la France. Durchs Elsass ging die Strecke weiter und so langsam brach die Dunkelheit über uns herein. Aber ein paar km mussten schon noch sein, hatten wir doch in Macon ein Nachtquartier reserviert. Reserviert – ja weil mein französisch nicht tischfähig ist. Und die HP war durchaus englisch. Zum Diner nahmen wir noch einen Salat Ni-coise für Ni-cole und ein Entreco-te für Pe-ter ein. Dazu ein Tröpfchen französisches Landgesöff, also mindestens 2 Klassen über feinem Rheinwein und der Tag war unser Freund.

Bemerkenswert: Keine Frösche auf der Speisekarte – wäre auch recht feucht gewesen.

Übernachtung: Ibis Macon
KM: 609

Ballons in Frankreich

Avignon

27.08.2005 Besuch beim Papst
Ja Besuch beim Papst. Das ist kein Scherz und wir sind auch nicht falsch abgebogen und versehentlich in Rom gelandet. Der Weg führt über Lyon und Mittelfrankreich nach Avignon. Dort haben die Päpste im 14. Jahrhundert eine Zeitlang residiert. Es war die grosse Zeit des päpstlichen Exils. Und weil so ein Papst selten allein kommt, braucht er einen Palast. Der wird gebaut. Für die Kardinäle, die Bischöfe, die Hofschranzen, die Mätressen (damals durchaus üblich) und sonstiges Gesinde nebst einer ordentlichen Wache. Entsprechend gross ist der Palast.

Fesselballon im Jura
ein Denker in Avignon Nicole im Regen von Avignon
Papstpalast von Avignon
Jesusstatue auf der Kathedrale von Avignon

Das lernt man wenn man den Papstpalast betritt. Wir gönnen uns die 14 Euro für das Brücken/ Palast Kombinationsticket und betreten den Palast. Wer jetzt im Inneren prunkvolle Säle und immense Reichtümer erwartet, der wird enttäuscht. Das haben die Herren entweder verscherbelt um die ausstehenden Handwerkerrechnungen zu bezahlen (nur Bares ist Wahres und Ablass war noch nicht erfunden) oder man findet es heute in Rom. Aber die Informationen sind reichhaltig, zum Glück auf dem Ohrhörer in Deutsch, denn alle Schilder und Bezeichnungen sind: Französisch, wie sollte es anders sein. Man erfährt einiges über das Leben am Hofe und wie der Palast sukzessiv erweitert wurde, was man auch deutlich sieht. Und draussen beginnt der Himmel zu weinen. Wegen uns? Wir hatten doch gar nichts, was wir nicht aufessen konnten. So verlassen wir denn gefastet und geläutert die heiligen Hallen und machen uns auf den Fussweg zum Pont St.Benezet. Nie gehört? Aber das kennt Ihr bestimmt: „Sur le pont d Avignon.....“ eben. Das ist die Brücke des bekannten Volkslieds. Leider nur noch die Hälfte davon übrig, den Rest hat die Rhone mal weggespült..... Aber auch diese Hälfte hat was. Auf der Brücke ist eine Kapelle und man sieht auf die Rhone wie sie sanft dahingleitet.... makellos gemauert ist sie auch, wenn nur der Regen endlich aufhören würde. Ein Telefonat nach oben? Hilft heute bestimmt auch nicht. Also streunen wir noch ein bisschen herum und versuchen dann ohne von den wahnsinnigen Franzosen überfahren zu werden zurück zum Auto zu gelangen. Dies gelingt und dann beginnt der Platzregen so dass wir schleunigst davonfahren- Richtung Meer...

Andalusien
Barcelona

Die Päpste, die in Avignon residiert haben, sind:

Als Avignonesisches Papsttum oder Papsttum in Avignon wird die Zeit bezeichnet, in der die Päpste ihren Sitz in Avignon hatten. Insgesamt sieben Päpste und mehrere Gegenpäpste residierten dort, bevor Urban VI. endgültig nach Rom zurückkehrte. Dies war der Auslöser für das große Schisma, welches von 1378 bis zum Konzil von Konstanz andauerte. In der Zwischenzeit gab es zwei Päpste, einen in Rom und einen in Avignon, was zu einer dramatischen Zerrissenheit der gesamten abendländisch-christlichen Welt führte, bevor das Schisma 1417 endgültig beseitigt werden konnte.

Der Papstpalast in Avignon wurde unter Clemens VI. prächtig ausgebaut, wie auch der Papsthof teils sehr prunkvoll wirkte. Zugleich wurde auch die Verwaltung besser organisiert und stärker als zuvor zentralisiert, Avignon wurde 1348 schließlich von Clemens VI. gekauft. Der Papsthof von Avignon selbst wurde ein Zentrum des Mäzenatentums und des Frühhumanismus, wie auch die Universität von Avignon einen guten Ruf genoss.

historische Altstadt von Avignon

Wandteppich im Brückenmuseum

Pont St Benezet

Peter auf der Brücke

Die Rhone durchfliesst St. Benezet

Sur le Pont D´Ávignon