Bordeaux

Anreise über Frankreich

Wie kommt man denn da hin? Man könnte es sich natürlich leicht machen und einfach mit einem der Billigflieger hinfliegen. Aber wir hatten Dank Feiertag etwas mehr Zeit und Vorlauf und 4 Tage Zeit bis Holger und Ela ankommen würden. Außerdem braucht man auch da unten ein Auto und auf dem Weg lagen doch einige Ziele die man gerne auch mit Bodenhaftung und nicht aus der Luft anschauen kann.
Also sind wir die Strecke gefahren. Hört sich viel an, aber verteilt auf mehrere Tage war es überhaupt kein Problem, schon gar nicht für jemand der sehr gerne Auto fährt.

Pauillac

Also ging es am 02. Mai in Stuttgart damit los, dass ich Nicole von der Arbeit abgeholt habe. Ich hatte den Tag frei und schon alles vorbereitet und das Auto beladen. Die ersten 50 km auf der A8 bis Pforzheim lief auch alles ganz glatt, bis ich auf die blöde Idee kam nach der grünen Versicherungskarte zu fragen. Noch schöner, wenn man dann keine dabei hat. Die erste organisatorische Panne schon nach 50 km. Lieber wieder heimfahren, wenn es so anfängt? Nein natürlich nicht, Freitagmittag in Deutschland eine grüne Karte bekommen ist tatsächlich möglich. Nach einem Anruf bei der Versicherung der wenig ermutigend war sind wir einfach nach Pforzheim auf die Volksbank. Die arbeiten mit jener Versicherung zusammen und dort wurden wir schnell und kompetent bedient und hatten 20 min. später die IVK.

 Prima, hat nur eine Stunde gekostet. Der weitere Weg führte uns dann nach Frankreich, wobei das Navi uns erst über Paris lenken wollte. Das mag ja aus KM Sicht Sinn machen, aber wer war schon mal Freitagnachmittag in und um Paris…? Eben, das möchte man nicht haben, denn ich wollte heute noch ankommen, nicht erst Sonntagabend. Also sind wir ca. 50 km im Bogen gefahren, ehe wir in die richtige Richtung umlenken. So kommt man nach Nancy. Von dort geht es dann stark nach Süden über Dijon bis kurz vor Lyon. Dort geht es ein Stück durch die Landschaft weil es einfach kürzer ist. Nicht uninteressant die Auvergne, aber nicht unser Tagesziel. Und langsam wird es dunkel, da möchte man gerne zurück auf die Autobahn. Nun gut, das gelingt und in Clermont Ferrant kommen wir auf die A89.

Medoc
St Julien

 Diese führt weiter durch das französische Binnenland und das Perigueux in Richtung Atlantik. Wirklich auffällig, aber sehr schön ist, dass auf dieser Autobahn wirklich kaum jemand unterwegs ist. Selbst an den Raststätten ist wenig Betrieb und so verläuft die Fahrt ruhig und zu den Klängen des Radios durch die französiche Nacht. Kurz vor 23 Uhr sind wir dann am Ziel unserer ersten Etappe - Bordeaux, die Stadt an der Gironde und vor allem das Tor zum Bordelais. Da wo der Wein wächst - nicht irgendein Wein, der Wein! Hotel haben wir am Flughafen in einem Comfort Hotel.... genommen. Dort checken wir direkt ein und gehen auch bald ins Bett, nach einem kurzen Nachtmahl mit einer Flasche Bordeaux auf dem Zimmer - lecker..... Das verspricht vieles für morgen...

Weinberge Margeaux

Nach dem gestrigen etwas späteren Abend schlafen wir heute mal etwas länger, aber nicht zu lange, denn wir wollen auch noch was sehen. Der Flughafen liegt etwas außerhalb und so können wir alsbald den Weg in Richtung Bordelais antreten.

Das Weinbaugebiet Bordeaux, auf französisch Bordelais, ist das größte zusammenhängende Anbaugebiet der Welt für Qualitätswein. Es gibt etwa 4.000 Châteaux genannte Weingüter, die die weltberühmten Weine erzeugen. Ein differenziertes System von subregionalen und kommunalen Appellationen und Klassifikationen schafft unter ihnen eine qualitative Hierarchie. Die einzelnen Lagen spielen demgegenüber eine untergeordnete Rolle. Ihre Stelle nimmt das Château ein, zu dem sie gehören.

Chateau
Bordeaux

Die wichtigsten Anbaugebiete mit der berühmte Grand Cru Classifikation sind Margeaux, Haute Medoc und Medoc, sowie St. Julien. Alle sind der Großlage Medoc zuzuordnen. Hier gedeihen angeblich die besten auf jeden Fall aber die teuersten Weine der Welt als Trauben heran. Und die Landschaft ist lieblich. Kleine rurale Dörfer immer wieder mit einzelnen Chateaus wechseln sich ab und überall dazwischen wachsen Rebstöcke. Jetzt im Frühjahr ist natürlich noch nicht viel davon zu sehen aber man ahnt, dass hier ordentliche Rebfläche besteht. Auch die Chateaus sprechen für sich, meistens sehr gepflegt und mit der Option zu probieren und natürlich zu kaufen.

Chateau Pichon Chateau

Maßgeblich für den Wein sind die Böden, vor allem die Kiessandkuppen als Ablagerungen der Gironde, die hier immer im Hintergrund zu sehen ist und natürlich das milde Klima mit vielen Sonnenstunden. In den Grand Cru Chateaus wird der Wein ausschließlich im Chateau abgefüllt, entsprechende Hinweise findet man auch auf den Flaschen. Für den kleineren Geldbeutel empfehlen sich die nachrangigen Cru´s oder die Zweit und Drittweine der bekannten Chateaus, die es zu angemessenen Preisen in großen Mengen zu erwerben gibt. So zieht sich also unsere Spazierfahrt von Margeaux über Lamarque und St Julien bis nach Pauillac einer kleinen Stadt direkt an der Gironde. Dort kann man die großen Schiffe betrachten die den Hafen von Bordeux anlaufen und die beiden Chateaus der Familie Rothschild - Lafite und Mouton.

Grand Cru Medoc
Weinbergturm

Auch das sehr sehenswerte Chateau Pichon-Longueville (Deuxieme Cru) ist hier zu finden. Über die Strasse D1215 geht es, mehr im Hinterland wieder zurück Richtung Bordeaux und ich könnte mir lebhaft vorstellen, hier noch ein wenig zu verweilen und z.B. am längsten Marathon der Welt (1. Samstag im September) teilzunehmen. Der Marathon hat zwar nur 42,195 km, aber durch den Genuss heimischer Gewächse laufen viele Teilnehmer den Kurs gegen Ende im Zick Zack....

Nun gut, es gibt Gründe hier mal wieder herzukommen. In Bordeaux selbst suchen wir erst einmal einen Weinhandel auf, wo wir uns mit ein paar Flaschen für die Weiterfahrt eindecken. Bordeaux zu vernünftigen Preisen lautet die Devise, denn den Unterschied würde ich ab einem gewissen Preis ohnehin nicht mehr schmecken. Die Tröpfchen sind erstaunlich bezahlbar. Zur weiteren Stärkung, jetzt bitte nicht schimpfen gehen wir in den ebenfalls hier liegenden MC Donalds. In Frankreich ist es ansonsten schwer, mal eine schnelle Kleinigkeit zu essen und sprachlich kann ich mich hier wenigstens an den Bildern orientieren ;-))Nach getanem Mahl geht es auf die Autobahn durch die Gascogne. Gascogne ? Ja genau. Jaques D´Artagnan der 4. Musketier stammte von hier, ehe er zu seinen Heldentaten nach Paris reiste.

weiter geht´s jetzt an die See, Golf von Biscaya...

Schiff auf der Gironde
Portugal
Biarritz