Clonmacnoise
Rundturm in Clonmacnoise

31.08.2006 Kloster Kreuze und Terroristen
So Adieu Galway und adieu irische Westküste. Hat uns gefallen, aber bei dem Wetter können wir natürlich nicht bleiben. Tatsächlich ist aber auch unsere Zeit hier um. Jetzt fahren wir in die Mitte Irlands. Dort liegt, in der Nähe von Athlone der River Shannon, aber der ist auch woanders. Aber am Fluss liegt hier das berühmte Kloster Clonmacnoise.

Clonmacnoise sign
Cross of Scriptures
Altar in Clonmacnoise

Clonmacnoise (irish Cluain Mhic Nóise, „Wiese der Söhne des Nóise“; ist eine einzigartige Klosterruine Irlands im County Offaly am Fluss Shannon gelegen. Ihre Geschichte reicht zurück ins 6. Jahrhundert n.Chr. Heute ist die Anlage eine der am meisten besuchten touristischen Attraktionen der grünen Insel. Die ehemalige Klosteranlage liegt nur wenige Kilometer südlich der nahe dem Inselmittelpunkt liegenden Stadt Athlone

Cross of Scriptures Clonmacnoise

Das Kloster selbst wurde von St. Ciaran, einem weiteren dieser vielen irischen Heiligen gegründet und wurde schnell zum geistigen Zentrum.
Leider liegt das Kloster direkt am Fluss und den benutzten auch die Wikinger, die auf der Suche nach einem Summer Sale immer mal wieder vorbeischauten. Sehr zum Unglück der Mönche. Aber immerhin hat Clonmacnoise daher gleich 2 Rundtürme aufzubieten. Was so ein Turm allerdings hilft, wenn man den Feind kommen sieht, aber nichts machen kann? Heute lagern am Anlegesteg legale Wasserwanderer mit Ihren Hausbooten und so manches Boot tuckert auch gemütlich um die Biegungen die der Shannon hier macht

Bekannt ist das Kloster auch für seine über 1000 Jahre alten Hochkreuze. Das bekannteste davon ist das Cross od Scriptures, dem Grunde nach ein kirchliches Bilderbuch

the South Cross der zweite Rundturm Clonmacnoise

Cross of the Scriptures
Die Inschriften, die heute kaum mehr zu entziffern sind, lassen darauf schließen, dass dieses Kreuz dem Hochkönig Flann (877-915 n.Chr.) geweiht war. Das etwa 4 Meter hohe Kreuz ist aus Sandstein gemeißelt und entstand wahrscheinlich im 10. Jahrhundert n. Chr. Die biblischen Darstellungen zeigen den Verrat des Judas, die Gefangennahme und die Bewachung des Grabes Christi. Es gibt aber auch sehr weltliche Darstellungen wie die Hilfe des Königs Diarmuid beim Errichten einer Kirche oder Reiter, Streitwagen, Jäger und Tiere.

Schleife des Shannon

Nicht schlecht, aber irgendwie aufwändig zu machen oder? Wie dem auch sei, jetzt schnell zurück auf die Hauptstrasse, wir müssen noch ein Stück. Querfeldein oder über die Autobahn lautet die Frage dann in Kinnegad. Keine Experimente mehr. Lieber den weiteren Weg aber den sicheren. Also kurz an Dublin vorbei, nach Norden, bis Dundalk und dann ist aus mit guter Autobahn. Was wir hier sehen ist wieder mal  so ein kurzgeistiges Stück Nationalismus. Obwohl Dublin und Belfast mit Abstand die grössten Städte der Insel sind, haben die bornierten Briten es früher nicht für nötig gehalten eine Autobahn nach Süden zu den verhassten Iren zu bauen. Erst heute hat man sich daran gemacht. BAW ist es aber noch einspurig und unheimlich zäh. Grenze gib es keine sichtbare mehr, aber irgendwie soll man jetzt Geld wechseln steht auf den Schildern.

hausboote Shannon
Ruinen von Clonmacnoise Castle

Schengen auf der einen, das britische Pfund auf der anderen Seite sind für diese Phänomene verantwortlich. Woran merkt man noch, dass man im United Kingdom ist? Ja alles Meilen statt Kilometer. Spleenig Albion. Ausserdem werden alle Strassen überwacht mit Kameras und der Union Jack flattert auch des Öfteren. Kaum zu glauben, dass vor 10 Jahren hier noch eine Art Bürgerkrieg herrschte und man nirgendwo vor Anschlägen der IRA sicher war. Heute erinnern nur noch ein paar Plakate an die Helden (katholische Lesart) oder Terroristen (protestantische Lesart) von dereinst.

Mal hoffen, dass die alten Sturköpfe sich bald einigen. Ab Newry sinds dann wieder 2 Spuren und wir rollen Richtung Belfast. Und gleich daran vorbei, denn unser Hotel liegt in der Nähe des Flughafens. Und der liegt wirklich weit ausserhalb. Das Hotel mit dem Charm der 60 heisst Kaminecke ist aber von den Badarmaturen abgesehen ganz ordentlich. Hmm, aber wir haben keine Pfunde (ausser denen zuviel auf den Rippen). Zu unserer Freude nimmt das hauseigene Restaurant Karte bzw. bucht die Essensrechnung aufs Zimmer.

ein Hausboot auf dem Shannon

Und die Preise sind OK.  Zum Essen gibt’s ein Steak mit Kartoffeln, sehr lecker. Nicole hat Fisch, auch sehr gut. Und dazu, klar auch Nordirland hat Guinness und für Nicole gibt’s? Nein, kein Bulmers. Das gibt’s hier gar nicht! Ein Skandal oder? Nicht wirklich, wird nur unter dem Namen Magners vermarktet. Alles andere ist identisch. Witzig aber wahr.Magners
Bulmers
Auf dem Zimmer schütten wir noch ein gesundes Guinnes nach. Dann reichts aber auch für heute. God save the Queen (oder wie sagt man hier gute Nacht?)
KM: 408
Hotel: The Chimney Corner **

Irland
Connemara

jetzt gehen wir Whisky trinken....

Bushmills