Florenz

21.02.2004 Ponte Nevio (Schneebrücke) ?

Toskana – es gibt keinen Schnee in der Toskana (ADAC und andere Reiseführer). Also haben wir uns entweder Michelangelos Daviddramatisch verfahren oder wir träumen alle 4 als wir morgens die verschlafenen Augen aus dem Fenster richten. Denn auch die Lebendprobe zeigt – das weisse da draussen ist SCHNEE. Das gefällt uns natürlich gar nicht, denn wir wollten ja dem Wetter entfliehen. Also bleibt als Ziel heute nur Florenz. Der Weg dorthin ist kein Problem. Und die Stadt hatPerseus mit dem Medusenhaupt tatsächlich Ihre Momente, nämlich in Form von Sonne. 15 min Sonne reichen um alles auf Zelluloid , nein halt auf Elektronenströme zu bannen. Geparkt wird am Strassenrand, sogar bezahlt für das Ticket und nicht 2.Reihe. Nach dem Ponte Vecchio in allen Formen und Farben geht’s zur Piazza della Signoria. Dort stehen die armen Kunstfiguren völlig unbekleidet in der Kälte. Kein Wunder, dass manche Körperteile „sooo klein“ sind. Weder David noch Herkules können dem Wetter stand halten und auch Perseus sieht aus als wolle er mit dem Medusenhaupte den Regen vertreiben. Nun, noch geht es, kalt aber trocken. Nach einer kleinen Stärkung mit Latte Machiato fühlen wir uns stark genug für den Dom. Vor dem Dom vergammelt das Baptisterium, oder es hat sich schlicht schwarz geärgert, weil alle lieber den Dom anschauen.

Ponte Vecchio

vom Ponte Vecchio aus

Touris in Florenz

Deckenfresko im Dom

Der Dom selbst wirkt ziemlich ärmlich. Dass es der katholischen Kirche schlecht geht war bekannt, aber dass sie schon Stühle und Bänke verpfänden müssen, das ist neu. Die Deckenfresken sind noch da und beindruckend schön. Wen immer man zum malen gepresst hatte er hat sich wenigstens Mühe gegeben. Aussen wirkt die Kirche wesentlich prachtvoller. Aber auch hier nagt der Zahn derSanta Maria del Fiore Zeit (oder der jetzt einsetzende Regen) und so wird Brunelleschis Kuppel grade renoviert. Wir vermuten entweder gotischen oder renaissance Jugendstil als Baugrundlage. Nachdem es nun reichlich ungemütlich wird geht es noch zu den Aussichtsterassen auf der anderen Seite des Arno. Dann haben wir endgültig genug.

Über die A1 (was sonst) geht es zurück – in den Albtraum. Der Weg  nach oben ist voller Schnee und es schneit weiter und weiter. Nur selten und dann auch nur einmal im Jahr sichert die Appartment Vermieterin zu. Heuer ist es schon das zweite Mal. Kein Kommentar.

Wir besänftigen das Wetter mit einem grosszügigen Opfer an Bacchus und hoffen, dass sich das morgen positiv auswirkt – Hicks.... Chianti -----

ca. 130 km 

By the way:

„Heinz hat die Laster mit dem Schnee nach Süden geschickt“ (Ja Heinz, wir haben Dich im Verdacht....) –Schnee in der Toskana, das geht gar nicht.
 „den Müll tragen wir morgen raus, sonst holen ihn heut Nacht die Bären“ – Holger zu Nicole.. (Wo es Skorpione gibt......)