Lissabon Belem

Lissabon II & Belem 08.05.
So am nächsten Morgen wollen wir wieder in die Stadt und anschauen was wir noch nicht gesehen haben. Frühstück, im übrigen auch schon gestern gibt´s am leckeren Buffet im Hotel. Die Auswahl kann sich sehen lassen und sogar der Kaffee ist halbwegs genießbar…. In die Stadt geht es wieder mit der U Bahn, diesmal direkt zum Largo da Chiado. Von dort unendlich viele Treppen hoch, aber wir sind direkt an der Straßenbahnhaltestelle der 28. Ein Ticket gelöst und hinein. Da die Bim hier startet bekommen wir noch Sitzplätze und das ist gut so. 

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Denn auf der Strecke hoch nach Alfama kann man leicht den Kopf verlieren, wenn man ihn zu weit aus dem Fenster hält, auf der anderen Seite sieht man aber auch viel…..  und weil sich hier Pickpockets herumtreiben. Diese Jungs sind mehr als dreist und auf Touristen abgerichtet. Eine Jacke oder Zeitung in einer Hand und dann den Touri schön ablenken, zack ist sie weg die Brieftasche und das direkt vor unseren Augen, bis wir es realisieren sind die Gangster schon auf und davon, und aus dem Sitzen konnten wir auch nicht viel machen.

Auf der anderen Seite wird nachhaltig davon gewarnt, so dass wir unsere Wertsachen entsprechend sicher eingepackt haben. Siehe auch unsere Erfahrungen in Madrid…… Nach diesem Erlebnis sind wir auch schon am Miradouro St. Luzia. Von diesem Aussichtspunkt, der nett ausgestaltet mit Bänken und Fliesen ist, sieht man das Viertel Alfama, den Tejo und – jede Menge Kirchen. Also auch auf dieser Seite der Stadt. Die größte davon steht ganz oben – Sao Vicenta la Fora. Eine Renaissancekirche nach römischem Vorbild und ein „Neubau“ nach dem großen Erdbeben von 1755. Vom Miradouro aus geht es eine schmale Gasse hinauf, die schließlich zum Castelo de Sao Jorge führt.

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Die Ecke hier ist schon seit langem befestigt. Vermutlich haben schon die Römer hier erste befestigte Stellungen gebaut. Dann kamen Goten, Mauren, Portugiesen und veränderten nach Bedarf die Festung. Irgendwann wohnten auch die portugiesischen Könige hier. Nun ja. Heute stehen hier Mauern, ein paar alte Kanonen und ein Museum. Muss man das haben? Nein, denn Aussichtspunkte mit Eintritt finde ich immer doof. Schauen sollte man umsonst dürfen. Also schauen wir ein wenig herum und finden entlang der Mauern einige schöne Spots von denen man über die ganze Stadt sieht.

Auch die Häuser und Strassen sind sehr interessant, denn man bekommt einen Einblick in das Alltagsleben in Lissabon. Leider sind viele Häuser ungepflegt und müssten dringend renoviert werden. Abseits der touristischen Hauptwege ist eben nicht alles Glanz. Nach ein paar Ecken und Begegnungen mit der Straßenbahn 28 kommen wir zur  Kirche da Graca ist der gleichnamige Miradouro von dem man einen wunderbaren Blick über die Dächer Lissabon, das Castel bis hinab zum Tejo hat.

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Auch die Kirche ist sehr sehenswert, stammen die Ursprünge aus dem Jahr 1271 und im Inneren findet man schöne Barockfresken und Kacheln aus dem 17. Jh. Nach diesem kurzen Ausflug kehren wir zum Castel zurück und trinken gemütlich ein Bierchen, während wir auf Holger und Ela warten, die das Castel anschauen wollten. Zu Fuß gehen wir wieder hinab in die untere Stadt, wo wir direkt zur Praca die Comercio gehen. Denn dort fährt die Straßenbahn nach Belem. Diese ist etwas moderner und schneller aber auch hier lauern die Gestalten mit Zeitung oder Jacke… Jacke bei knapp 28 Grad hat kein Mensch oder?  Die Fahrt dauert rund 20 Minuten und dann ist man in Belem.

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Das ist so etwas wie der Nobelvorort von Lissabon. Und die portugiesische Form für Bethlehem. Na auch nett. Nachdem beim Erdbeben Belem weniger beeinträchtigt wurde, zogen die ganzen Verwaltungseinheiten hierher. Und wie das mit Verwaltungen so ist, dort sind sie heute noch…. Auch der Präsidentenpalast ist hier und der erste Bau auf unserem Rundgang. Der arme Präsident, ein rosa Haus. Ob es daran liegt, dass Portugal noch gar nicht so lange eine Demokratie ist und man den armen Mann früher damit strafen wollte?

Sicher jedoch dass die Präsidenten, zwar hier residieren, aber nach getaner Arbeit nach Hause in eine andere Wohnung fahren. Das nächste wesentlich schönere Bauwerk hier in Belem ist dann das Mosteiro dos Jeronimos. Nein hier gibt es keinen Most. Es handelt sich um ein Hieronymitenkloster aus dem 15 Jh. und eines der wenigen erhaltenen Gebäuden aus der Manuelinik, der portugiesichen Variante der Spätgotik.

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Besonders schön ist die reich verzierte Seitenfassade und das Seitenportal. Das Kloster ist auch die Grablegen der Könige von Portugal und auch in jüngerer Zeit wurde hier Geschichte „geschrieben“: Am 13. Dezember 2007 unterzeichneten hier die Staats-/Regierungschefs der EU-Staaten den Vertrag von Lissabon zur Neuordnung der Europäischen Union. Im Inneren der Klosterkirche findet man neben den besagten Grablegen der Häuser Avis und Braganza auch den Sarkophag des vielleicht berühmtesten Portugiesen: Vasco da Gama. In den Seitenflügeln findet man u.a. das Marine- und das archäologische Museum, was die Größe des Komplexes beschreibt.  Weiter durch Belem und über eine Strassen und Bahnbrücke kommt man zum zweiten UNESCO Welterbe in Belem – dem Torre de Belem.

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Der Torre de Belém im Stadtteil Belem an der Tejomündung ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Lissabons. Neben dem nahegelegenen Mosteiro dos Jeronimos gehört sie zu den wenigen herausragenden Bauwerken des manuelinischen Stils, die das Erdbeben von Lissabon überstanden haben. Die oberste, 35 Meter hohe, freiliegende Etage des Turmes ist heute eine Aussichtsplattform.

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Im Jahre 1515 wurde der Turm vom portugiesischen König, Manuel I. in Auftrag gegeben. Sechs Jahre später, im Todesjahr Manuels (1521) wurde er fertiggestellt. Er versinnbildlicht seitdem die Glanzzeit des portugiesischen See- und Handelsimperiums. Als Leuchtturm auf einem Felsen im Mündungstrichter des Tejo gelegen, begrüßte er die ankommenden Entdecker und Handelsschiffe.

Als Schutzsymbol der Seefahrer blickt eine Statue Unserer Lieben Frau der sicheren Heimkehr auf das Meer.

An der Nordwestseite des Turmes befindet sich zudem eine Plastik eines Nashornkopfes, welche die erste plastische Darstellung dieses Tieres in Europa ist. Es handelt sich dabei um eine Abbildung des Panzernashorns, welches Alfonso de Albuquerque 1515 von seiner Indienfahrt mitbrachte und später auch Albrecht Dürer die Vorlage für den Holzschnitt seines „Rhinozeros“ lieferte. Die Bastion erhält ihren eigenen Charakter durch die reichen Ausschmückungen mit Schnurreliefen, schildförmigen Zinnen, durchbrochenen Balkonen und maurischen Ausgucken. Das düstere Innere diente bis ins 19. Jahrhundert als Gefängnis und Waffenlager

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Im 19. Jahrhundert kam es zu Aufschüttungen am nördlichen Tejoufer. Heute ist der Torre daher nur noch wenige Meter vom Land entfernt und kann bei Ebbe auch trockenen Fußes erreicht werden. Seit 1983 zählt der Torre de Belém zum Weltkulturerbe der UNESCO.Ja so etwa sieht das tatsächlich aus. Auch das Rhinocerus kann man entdecken und von der Aussichtsplatform hat man einen herrlichen Ausblick auf Belem, den Tejo und die Ponte 25 Avril. Der ganze Turm ist verschnörkelt und verziert und erinnert in keiner Weise an seine ursprüngliche Funktion eines Wach und Wehrturmes. Heute ist er auch noch „verziert“ weil heute Abend ein Fest stattfindet, mit Gummibällen, schön ist das nicht, aber selten?

Nachdem wir den Turm trockenen Fußes verlassen haben laufen wir weiter am Tejo entlang. Aber der Weg zieht sich und die Beine sind doch langsam müde. Aber das Ziel ist ja weithin sichtbar. Direkt am Tejo gelegen ist das mondäne Monument Padrao de Descobrimentos. Das Monument der Seefahrer oder Entdecker wurde noch vom Salazar Regime erbaut, stellt aber einen wichtigen Punkt in der Geschichte Portugals dar. Verewigt sind 33 Persönlichkeiten die zum Aufstieg der Seemacht Portugal maßgeblich beigetragen haben.

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Als Anekdote nebenbei, auch unser Navi mag anscheinend das Denkmal, denn immer wenn wir durch Lissabon gefahren sind, sollten wir auf die Avenida dos Descobrimentos. Eine späte Genugtuung für die Seenavigatoren? Auch auf dieses Monument kann man gegen Gebühr hinauffahren und hat sicherlich einen ähnlichen Blick wie vom Torre de Belem. Am Fuß des Monumentes ist eine Windrose auf der die Routen der Seefahrer ins Mosaik eingelassen sind. Direkt über der Strasse sind wir auch wieder am Kloster und sehen uns jetzt noch kurz den Park an. Hier findet man verspielte Brunnen und Skulpturen. Dann ist es aber genug. Wir suchen wieder die Straßenbahn auf und steigen in Lissabon um.

Den bekannten Weg geht es zurück zum Platz der Spanier. Natürlich sind wir jetzt nach so einem langen Tag jetzt ordentlich hungrig. Also schauen wir mal was es hier so geben mag. Aha knapp die Straße hinunter ist ein Restaurant namens: Sabor Mineiro Churrascaria. http://www.sabormineiro.pt/home.html Dort entscheiden wir uns nach kurzer Beratung für das Rodizio. Das ist eine brasilianische Spezialität. Dort bekommt man ein Fleisch nach dem anderen. Der nette Mensch mit dem Spieß schneidet uns herunter und herunter, immer munter und so laden wir uns den Teller voll und voller, bis wirklich kein Bissen mehr hineinpasst. Das war schon eine mächtige Portion, schwer verdaulich. Dann mal gute Nacht.

Cabo da Roca
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frische Luft gibt es an der Algarve.... oder noch ein Astecher nach Queluz und Sintra?

Portugal Queluz Algarve