Real Alcazar

03.09. Sevilla

Ein weiterer Tag in Sevilla erwartet uns. Gut präpariert durch das ausgiebige Frühstück werfen wir uns der Hitze entgegen. Das Hotel liegt BTW direkt neben dem Parlament von Andalusien, aber die haben wohl auch Siesta. Mit dem Bus geht es wieder in die Stadt. Erster Vista ist die beindruckende Kathedrale:

Kathedrale von Sevilla
Portalfenster Engel und Friedenstaube

An dem Ort, an dem heute die Kathedrale steht, stand zur Maurenzeit eine 1172 errichtete Moschee. Nach der Reconquista hatte man zunächst die Moschee für den Gottesdienst umgestaltet. Nach massiven Zerstörungen durch ein Erdbeben entschloss man sich 1402 zum Bau der monumentalen Catedral. Bis 1506 war der Bau im Wesentlichen vollendet, und die hohen Erwartungen wurden erfüllt. Entstanden war die größte gotische Kirche der Welt, deren rechteckiger Grundriss immer noch die Moschee erkennen lässt.

Auch das Innere sehen wir uns an, trotz der Eintrittskosten ;-)
Das Innere wirkt dunkel und viele Seitenschiffe und Altäre finden sich entlang des 115 m langen Hauptschiffs. Chor und Hauptaltar liegen sich gegenüber, ziemlich in der Mitte des Hauptschiffs, ein typsiches Stilmerkmal spanischer Kathedralen.

Hochaltar mit Monstranz Hauptaltar der Kathedrale königlicher Altar

Zur rechten findet sich das Grabmal des berühmtesten Seefahrers seiner und auch der heutigen Zeit: Cristobal Colon, besser bekannt als Christoph Kolumbus, der 1492 das Wagnis auf sich nahm den Seeweg gen Westen nach Indien zu finden. Dabei hat er Amerika (wieder) entdeckt. Zu seinen Ehren tragen symbolisch die 4 Königreiche Spaniens: Kastilien, Leon, Aragonien und Navarra seinen Sarkophag. Ob nach der langen Odysse der Gebeine über Havanna die Originale im Sarkophag liegen bleibt bis heute ungeklärt.

Grab des Kolumbus

In einem Nebenraum findet man die Schatzkammer, in denen man etliche Relikte und Reliquien aus der Reconquista und den Zeiten der Entdeckungsfahrten sieht.

Monstranz Schatzkammer Friedenstaube Ornament Marienkrone

Neben der Kathedrale steht der 75 m hohe Kirchturm die Giralda. Benannt nach der Wetterfigur auf dem Dach, die sich im Wind dreht (von girar = drehen) war dies vormals das Hauptminarett der Moschee, ehe die Anlage zur Kirche umfunktioniert und der Turm erhöht wurde. Im Innern führen keine Treppen nach oben, sondern Rampen, nachdem die Wächter früher der Turm zu Pferde beritten. Uns lässt man laufen, so dass wir ausser Puste über den Dächern Sevillas ankommen. Hier oben hängen einige Glocken und wir hoffen dass jetzt nicht grade das Mittagsläuten beginnt. Der Blick selbst ist weniger spektakulär. Dächer viele Dächer... na gut. Die 25 Rampen wieder hinab ganz ohne Pferd....

über den Dächern von Sevilla Glocken auf der Giralda die Giralda

Gleich gegenüber liegt der Real Alcazar. Erbaut von einem Namensvetter von mir, Pedro I. dem Grausamen, für seine Geliebte beherbergt der Palast noch heute die Gemächer der königlichen Familie, so sie denn in Sevilla weilt.

Eingang zum Königspalast königliches Wappen
Mudejar Portal im Real Alcazar

Und Geschichte wurde hier geschrieben. Im Saal der Seefahrer unterschrieb Isabella das Dekret zur Verwaltung der amerikanischen Kolonien. Die älteren Teile des Palastes sind im Mudejar Stil erbaut, nachdem der nette Pedro sich maurischer Handwerker bediente, die sich eindeutig die Alhambra als Vorbild nahmen. Hätte ich auch gemacht. Auch hier findet man Kassettendecken, Bögen, Ziselierungen und Azulejos. Und der Palast gefällt uns weit besser als zunächst erwartet.

Wasser Bassin im Innenhof Dreifachbogen im Mudejarstil - Real Alcazar
Mauernische

Im Sala de Emajadores findet man die schönsten Meisterwerke aus Stuck, Ornamentik und Kalligraphie, die Decken und Wände verzieren.
Auch Karl der V. fand Gefallen an diesen Räumlichkeiten und heiratete so kurz entschlossen hier Isabella von Portugal.
Man kann sich schlechtere Orte für eine Hochzeit vorstellen.

Himmelsdecke im Sala de embajadores
in den Gärten des Königs

Beinahe noch schöner sind die weiträumigen Gärten die sich an den Palast anschliessen. Wir sind schon ganz erschlagen von all den Schönheiten. Auch hier spielt Wasser wieder eine zentrale Rolle, daneben findet man all die exotischen Pflanzen der maurischen Kunst. Zypressen, Zedern, Orangen, Citrus und vieles mehr findet sich zwischen und neben den Teichen. Am Mercurius Brunnen vorbei gelangen wir zur Hacienda und dem darin gelegenen Restaurant. Ein Schluck Limonade weckt die ermatteten Lebensgeister und das Ambiente trägt das seine zur Erholung bei. Die Preise sind sehr zivil und so gibts noch eine kalte Coke....

Mercuriusstatue
Mercuriusbrunnen
Holger, Ela und Nicole in den Gärten

So Lust auf einen kleinen Spaziergang und eine erfrischende Sangria?

Im Reiterhof des Palastes
Andalusien
Sevilla Juderia