Rom

24.02.2005 Sommernacht in Rom

Guten Morgen Deutschland. Heute wollen wir es wissen. Wie wir erfahren haben wurde die Sonne in Rom gesichtet. Also auf in die ewige Stadt. Wir hoffen nur, dass das nicht ewig dauert.... Aber nach den praktischen Übungen des Vortages sind die Ketten schnell und sicher montiert und wir bewegen ganze Schneeberge. In weniger als einer Stunde erreichen wir die A1 (was sonst) die uns nach Süden trägt, der Sonne hinterher e oh was geht.......
In Rom (ca. 190 km) angekommen bricht das Chaos los. Schnee oder nicht Schnee (hier mal ausnahmsweise nicht) der Römer an sich versteht das Autofahren meisterhaft. Keine Lücke zu eng, keine Spur zu schmal, aus 2 werden schnell mal 4 Spuren und rot ist eine Aufforderung zum weiterfahren. In diesem Wust ordnen wir uns ein oder unter ohne unterzugehen und finden nach einer Stadtdurchquerung sogar einen Parkplatz am Stadio Olimpico. In die Stadt geht’s mit dem Bus. Sehr günstig – wir haben und wollen auch keine Fahrkarte und dem Fahrer ist das auch egal. Am flaminischen Circus steigen wir aus und machen uns auf die Tour zu Fuss. Zuvor werden die Brieftaschen noch fest am leib verschweisst und die Kameras mit Stahlseilen gesichert. So kanns losgehen. Punkt 1 spanische Treppe – warum spanisch- keine Ahnung, aber spanisch kommt uns vor, dass die Kirche oben mit Werbung zugepflastert ist. Ob das wohl im Sinne der Erfinder war?

Spansiche Treppe

Brunnen am Platz des Volkes

Fontana di Trevi

Neptun

Egal weiter um 2 Ecken herum wartet schon der Fontana di Trevi. Das sicJapanische Invasionh drängende Publikum gibt einem einen Eindruck was hier wohl im Juni los sein mag. Fontana di Japani wäre eine Namensalternative überall wimmelt es von unseren asiatischen Freunden. He Mariko – Sushi gibt’s umme Ecke mach mal Platz da......

Wir drängen uns durch und schaffen es ein paar Bilder zu machen, aber mit all den Japanern im Wasser sieht das auch nur mässig gut aus. Aber grosse Taten erfordeWir kommen wieder.....rn halt Opfer ;-)

Noch der obligatorische Münzwurf und weiter zum nächsten Ziel. Kurz an den Kolonnaden vorbei ein BildchHi Mädels, blöd hier, nicht?en und dann ins Pantheon. Hier wird grade renoviert, aber wir sehen die Gedenkgräber der Könige Vittorio Emmanuele und Umberto sowie das des grossen Raffael.

Um diesen Kulturschock zu verdauen gehen wir zum gelben M das vis a vis Toiletten und amerikanische Spezialitäten anbietet.

Pantheon

Neptunbrunnen

Dermassen gestärkt geht’s weiter über den Tiber an der Engelsburg vorbei. Die Engel weinen, was bedeutet, dass es zu regnen beginnt. (Liegt es an den Leiden des Johannes, der grade in die Klinik gebrachtTiber und Engelsbrücke wurde?) Der Petersplatz wirkt verlassen und die Carabinieri interesiert gar nicht, dass Holger piepst als er durch die Metallschleuse geht. Dann betreten wir das Herz der Christenheit. Bumm, die Erstbesucher fallen fast um als sie dieses überdachte Fussballstadion aus Marmor betreten. Marmor Porphyr unCastelo di Angelod Alabaster in Mengen, die man nicht bezahlen kann. Muss man ja auch nicht, wenn man alles aus den Leuten herauspressen konnte. Denn merke liebe Kinder, wenn ihr der Kirche alles gebt, dann springt eure Seele gleich aus dem Fegefeuer. Michelangelo war auch so einer, der hat dem lieben Papst die Pieta aus Marmor gemeisselt und durfte zur Belohnung gleich noch die Decke der sixtinischen Kapelle streichen....

Wie in jedem ordentlichen Stadion sind die Helden der Vergangenheit in Stein gemeisselt und so lachen uns diverse Leos, Juliusse, Johannesse und Paulchen in Marmor, Öl und Gold von den Wänden entgegen. Leider ist unsere Zeit knapp und so bleibt neben dem Spielfeld keine Zeit die Umkleideräume anzusehen. Dabei hätten wir gerne noch die Trophäensammlung bewundert......

Pieta Michelangelo

Päpstlicher Altar

Der Stuhl Petri

Petersdom

Aber wir wKolosseumollen noch zum Kolloseum. Ein Bus fährt uns direkt vor die Haustür. Kolossal. Ach ja das sagt ja der Name schon. Langsam wird’s dunkel und wir feuern aus allen Objektiven. In den Ohren klingen leise die Schreie der Gladiatoren- „Ave Cäsar morituri te salutant“. Daumen runter und Zack...... nein, nur ein neues Bild. Daneben gleich das antike Forum Romanum und die Bögen von Titus und Konstantin. Hier wurde Politik gemacht, mit Worten oder mit Dolchen, ganz wie es grade opportun war. Im Namen des Senates und des Volkes von Rom (man beachte die Reihenfolge). Unser Ziel ist die Metro, auch die wahrscheinlich schon von Cäsar erbaut, aber wir kommen damit in Richtung Auto. Der Wagen steht noch da uns so verlassen wir nach einem aufregenden Tag das hupende Chaos namens Rom -   Tüüüt Tüüüüüüüt.....
ca. 420 km, davon 4 im Schnee...
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Koloseum im Licht

Titusbogen

By the way: „der geschulte Carabinieri erkennt einen Terroristen gleich am Blick“ unsere Reaktion auf die Carabinieri am Petersdom, die sich lieber mit Handytönen beschäftigen
 â€žklar der fährt ja auf Trennscheiben“ – Holger zu den Fiat Panda und Uno die den Schnee ohne Ketten bewältigen (haben die jetzt 105 er oder 115 er Reifen?) 
 

Exkurs: Italiener und Autofahren:

 Teil 1 Hupen: Hupen ist für den Italiener ein Ausdruck von Lebensfreude. Gehupt wird zu jedem Anlass.Am liebsten wenn die bevorzugte Fussballmannschaft gewonnen hat (Bei der Nationalmannschaft leider sehr selten der Fall). Aber auch bei Hochzeiten und Taufen und anderen Glücksgefühlen z.B. eines Sieges von Ferrari. Da der Italiener ein emotionaler Mensch ist, kann er sich auch im Alltag spontanen Freudeausbrüchen nicht erwehren. Am liebsten wenn er ein gewagtes Manöver kommentieren kann. Jeder Italiener ist auch eine kleiner Ferraristi und Michael Schuhmacher. Wem es also gelingt waghalsig vor einem anderern ohne zu blinken in die Lücke zu stossen der wird sogleich mit heftigen Freudeausbrüchen belohnt. Gleiches gilt, wenn man an der Ampel ca. eine 10tel Sekunde nach dem grünwerden noch steht, oder wenn man vorschriftsmässig in 3. Reihe parkt.

Rot ist im übrigen nur eine Aufforderung zum weiterfahren und Linien auf der Strasse dienen nur zum Füllen von Schlaglöchern. Sollte Ihnen also z.B. in Rom ein Hupkonzert widerfahren, dann haben sie auf jeden Fall alles richtig gemacht.Tipolino

 Teil 2 Fiat: Es gibt Ihn noch, den Italiener und seinen Fiat. Auch wenn Franzosen und Japaner Marktanteile erobert haben, so sieht man noch genügend Stücke von Italiens liebtster Automarke. Besonders auf dem Land sind die Cinquecento, Panda und Uno noch Omnipräsent. Meistens hört man sie noch ehe man sie sieht. Ein leichtes Säuseln untermalt von einem notorischen Quitschen und Rasseln kündigen ihn an. Dann biegt er um die Kurve, die Trennscheiben vorn und hinten fest mit der Strasse verhaftet. Dellen oder fehlende Teile verliehen dem Auto Charakter, genauso wie der obligatorische Rost. Der Fahrer sitzt in lässiger Haltung am Lenkrad, die Hände im 90 ° Winkel und das Kinn lässig oben aufs Lenkrad gelegt. Meistens wird dabei noch telefoniert und gestikuliert oder beides. Mit atemberaubender Geschwindigkeit eilt er voran. Geschwindigkeiten von 30 km/h bergauf sind keine Seltenheit. Er mag es überhaupt nicht überholt zu werden, überholt aber seinerseits um jeden Preis, egal ob die Strassenlage es zulässt oder nicht. Durch seine geringe Breite passt er auch zwischen 2 Lkw hindurch und insbesondere in die engste Gasse. Das verleiht ihm gerade in den antiken Städten im Bergland einen Vorteil, der die Erhaltung seiner Art noch über Jahre hinaus sichern wird. Dennoch wird um vorsichtigen Umgang mit dieser Spezies gebeten....