Santiago Bernabeu & Toledo

Madrid -
Santiago Bernabeu
So gestern haben wir ja das meiste von Madrid angeschaut. War wirklich gut und sehr interessant. Aber findet ihr nicht auch, dass noch etwas ganz wichtiges gefehlt hat? Überlegt mal während wir frühstücken. Dann checken wir aus dem Hotel aus und holen den Wagen aus der Garage. Das Ziel heute heißt Lissabon, aber das ist noch weit weg. Zuerst fahren wir in den Stadtteil Chamartin. Dort steht seit 1936 einer der Tempel des internationalen Fussball.

Bernabeu
Santiago Bernabeu

Das Estadio Santiago Bernabeu die sportliche Heimat von Real Madrid. Wir fahren direkt ins Parkhaus und umlaufen dann das Stadion um Tickets für eine Tour zu lösen. Kostet ein Schweinegeld, aber das hier kann ich mir nicht entgehen lassen. Um 3 Ecken gelangt man auf die Tour wo man zunächst hoch in die Ränge fährt um einen Überblick über die 80.000 + Plätze und das Spielfeld zu erhaschen. Von dort geht es dann in ein Museum wo die Geschichte des Vereins dargestellt und wiedergegeben wird. Die Entwicklung des Stadions, vergangene Präsidenten, berühmte Mitglieder, Spieler und Memorabilia sind ausgestellt. Daran flaniert man vorbei und findet viele bekannte Namen und Gesichter wieder die einen stets begleitet haben.

Wappen Real Madrid
Goldener Schuh und Ball

Anschließend kann man einen Platz auf den Rängen einnehmen und an einer offenen Verkaufsstelle ganz wie in einem Spiel eine Cola trinken. Dann umrundet man den Platz halb um an der Logenabteilung zu verweilen. Hier sitzt also die Prominenz, fein im edlen Ledersesselchen und schaut den Millionen beim Spielen zu. Von hier geht es hinab bis zum Rasen, wo aber eine wilde Dame gestreng darüber wacht, dass keiner das Heiligtum etwa entweiht. Aber wenigstens den Trainer kann man geben indem man sich auf dem Schleudersitz von Recaro niederlässt und träumt wie es sich anfühlen mag, wenn man hier die Geschicke lenkt, wie Bernd Schuster dieser Tage

ehemalige Spieler
Pokale
Peter als Trainer
die Tribünen des Bernabeu

Nur Erfolg zählt und vor allem vor Barcelona muss man sein, sonst ist man automatisch verdammt..... Gar nicht mal so unnett sind dann die Kabinen der Mannschaften, die man anschließend besichtigen kann. Man kann schlechtere Umkleiden haben.... sogar eine volle medizinische Abteilung ist hier mit angesiedelt um die Beinchen gleich auf eventuelle Blessuren untersuchen zu können. Nett. Nachdem mal also all das hinter sich hat, geht es in den Saal der Trophäen.

Bernabeu Stadion

Geblendet vom Glanz des Silbers stolpert man zunächst über etliche unwichtige Pokalsiege und 30 spanische Meisterschaften (aktuell sind es heute schon 31) und auch die 2 UEFA-Pokale sind eher stiefmütterlich in einem Vorraum untergebracht, neben den Auszeichnungen für diverse Spieler wie goldene Schuhe und Fußballer des Jahres. Auch über alle ehemaligen Kicker wird hier umfassend informiert. Das Zentrum des Ruhms bilden dann die 9! Europapokale der Landesmeister /ChampionsLeague Trophäen, das höchste das ein Verein im Fußball für sich erreichen kann. Kult und Geschichte sind hier zugange. Geblendet stolpern wir hinaus, direkt in die arme einer netten Hostess die uns freundlich bittet einen Championsleague Pokal hochzuhalten (fühlt sich schwer und echt an, also eine gute Kopie..)

Das Bild kann man dann nachher erwerben....  Als wirklich letzten Punkt kommen wir noch in den Pressesaal, wo ich gleich Platz nehme und alle Spieler in der Pressekonferenz entlasse.... so das hätten wir also. Am Ende der Reise kommt man in den unvermeidlichen Fanshop, wo wir aber außer dem Bild (ich mache so was sonst nie !) nichts weiter kaufen..... Wow. das war interessant!  Im Gebäude nebenan ist noch ein Adidas Outletshop. Beseelt von der euphorischen Stimmung, ich kann also gar nicht anders kaufe ich mir noch ein knallgelbes Tennishemd, dann endlich gelingt es und Madrid zu verlassen....

Weg nach Toledo
Palacio Real Toledo

Toledo - 05.05.2008
Nachdem wir also Madrid über die breiten Ausfallstrassen glücklich verlassen hatten ging es weiter Richtung Süden. In der Umgebung von Madrid gibt es einige sehenswerte Städte, die allesamt Weltkulturerbe sind und die wir uns gerne anschauen würden, als da noch wären Avila und Segovia, aber in Sicht auf unser Tagesziel hat sich Toledo einfach angeboten. Toledo ca. 70 km südlich von Madrid war bis 1562 die Residenz der spanischen Könige und damit die Hauptstadt von Spanien. Die Stadt liegt erhaben auf einem Felsen etwas 100m über dem Fluss Tejo. Zwei wesentliche Brücken führen über den Tejo und bildeten früher den einzigen Übergang zu der schwer befestigten Altstadt.

Strassen von Toledo Karte von Toledo Gasse in Toledo

Schön in der Römerzeit gab es hier Siedlungen wegen der reichen Eisenerzvorkommen in der Umgebung. Als Hauptstadt des Westgotenreichs erlangte Toledo eine erste Blüte, hier rührt auch her, dass der Erzbsichof von Toledo noch heute der Primas der katholischen Kirche in Spanien ist, seit jeher waren die Fürstbischöfe von Toledo mächtige weltliche Herrscher in der Nachfolge des Westgotenreiches. Von 712 bis 1085 war Toledo Teil des Kalifats von Cordoba und so konnte die arabische Philosophie Einzug halten, die auch nach der Reconquista 1085 durch Alfonso den VI. neben der jüdischen Wissenschaft noch eine Weile im Schatten bis zur Inquisition weiterwirken konnte. Berühmt ist Toledo auch für seine Schwerter. Schwerter aus Toledo haben einen ähnlichen Ruf wie Messer aus Solingen. Von untadeliger Qualität waren diese Waffen in der Reconquista wie den Kreuzzügen äußerst begehrt.

Portal
Kathedrale von Toledo
altes Haus in Toledo
bedeckte Strassen in Toledo

Auch heute kann man diese Teile noch in vielen Läden in Toledo in allen Formen und Größen erwerben. Also für uns hat es dann die 10cm Version Brieföffner getan. Die Innenstadt von Toledo ist für Autos weitgehend gesperrt, man kann jedoch gut auf einem der großen Parkplätze am Rand der Altstadt das Auto abstellen. Am Alcazar vorbei gelangen wir schnell ins Stadtzentrum wo sich die Häuser in engen Gassen aneinanderreihen. Als Sonnenschutz hat man hier Segel über die Strassen gespannt, die immer einen kühlenden Schatten werfen. Wäre heute nicht nötig, aber ist eine gute Idee.  Über verwinkelte Ecken kommt man schließlich zur Kathedrale, wobei man wegen der Architektur plötzlich davor steht und nicht etwa sich weithin daran orientieren kann. Die Kathedrale beinhaltet wertvolle mittelalterliche Werke, insbesondere der Hauptaltar ist sehenswert. In der Sakristei findet man etliche Werke von El Greco die hier bis zu seinem Tod gewirkt hat.

Toledo Fachwerkhaus in Toledo Stadttor Toledo Karl V.

Aber 7 EUR sind zuviel für eine simple Kirche. Die Kathedrale ist ein Stückwerk von 1226 bis ins 18. Jahrhundert, so dass sie auch kein einheitliches Aussehen aufweist. Einmal umrundet kommen wir schließlich auf den Hauptplatz wo man die Vorderfront einigermaßen fotografieren kann. Was man übrigens nicht findet obwohl immer wieder Schilder darauf hinweisen ist eine Stadtinformation, wo man eine Karte von der Stadt erhalten könne. Seltsam. Von hier kommt man auch in die südlichen Stadtviertel, wo sich früher das jüdische Ghetto befand. Übrig geblieben sind 2 ehemalige  Synagogen die später als christliche Kirchen umgemünzt wurden. Dasselbe ist mit einer ehemaligen Moschee passiert.

der Tajo mit Brücke
das Rathaus von Toledo

Vom Kunstmuseum aus hat man auch einen guten Blick auf das Tal des Tejo, der hier von der Puente de San Martin einer beeindruckenden Bogenbrücke überspannt wird. Übrigens muss man hier aufpassen in den wenigen Strassen die Autos befahren, wird gerast was das Zeug hält und Gehsteige gibt es keine. Wir müssen immer wieder zur Seite springen um den wilden Toros zu entgehen.

Synagoge in Toledo Stadttor in Toledo

Durch ein mittelalterliches Tor verlassen wir die Stadt und laufen ein Stück an der Ringmauer entlang. Hier nun endlich die ersehnte Info, wo man Karten und alles weitere für den Besuch erlangen kann, für uns leider zu spät. Hier geht übrigens auch eine Rolltreppe hoch in die höher gelegene Stadt. Wir gehen aber lieber an der Mauer weiter bis wir am belebten Gloriete de Reconquista durch das sehr prachtvolle Stadttor  Puerte des Bisagra wieder in die Stadt eintreten. Dies ist auch der älteste erhaltene Teil der ehemaligen maurischen Festung. Von hier geht es leicht bergan bis man wieder die Höhe des Alcazar erreicht hat. 

Toledo Stadtmauer
Stadtmauer und Tor in Toledo
Tajo Brücke Toledo
Toledo

Dort beenden wir unseren Ausflug nach Toledo und verlassen die Stadt Richtung Westen. Wenig ereignisreich fahren wir auf der Autobahn über Badajoz und die portugiesische Grenze quer durch Portugal bis nach Lissabon, das wir über die Ponte 25 Avril betreten. Nach einer Ehrenrunde in der dicht besiedelten Innenstadt finden wir auch unser Hotel, das sich als sehr schickes Boutique Hotel erweist. Und weil es sehr schick ist, nehmen wir auch gleich das eigene Restaurant, denn die Alternative hätte MCD gelautet. Das Essen ist sehr lecker und ich probiere mein erstes Super Bock. Das ist dann auch so lecker, dass ich ein zweites dazu ordere. Im Zimmer schauen wir noch ein wenig in die portugiesische Nacht und legen uns dann schlafen. Morgen kommt schließlich Besuch.

so jetzt machen wir zu 4. Lissabon unsicher.....

Madrid Portugal Lissabon
auf nach Portugal