Sevilla

02.09. auf nach Sevilla

Nach dem Kellerfrühstück satteln wir wieder die Kamele und brechen auf den ruhigen Fluten des Guadalquivir folgend. Der Weg führt an Almodovar del Rio vorbei, dessen Alcazar hoch über der Stadt thront. Wir versuchen den Weg hinauf, aber die Gassen der Stadt stellen eine nicht zu bewältigende Anforderung dar. Nur wegen der Festung riskiere ich keine Tür.....

Almodovar del Rio

Also weiter immer den Oliven nach....
Ja heute führt der Weg in die Hauptstadt von Al Andalus und eine der bedeutenden Städte Spaniens, damals und heute:

Foto unter erschwerten Bedingungen - Holger Sevilla Exposicion

Sevilla hieß im Altertum Hispalis und als römische Kolonie Colonia Romulensis. In Sevilla wurden 590 und 619 zwei Konzile (concilia Hispalensia) gehalten. Die Araber eroberten die Stadt 712 und machten sie zur Hauptstadt einer Provinz Išbīiliya ( إشبيلية ), woraus sich der Name Sevilla ableitet. 844 wurde die Stadt von den Normannen zerstört. Nach dem Sturz des Kalifats von Cordoba etablierte sich in Sevilla die Taifendynastie der Abbadiden, die die Stadt in ihre erste Glanzperiode führten.

1091 kam sie in den Besitz der berberischen Almoraviden, die 1147 von den Almohaden abgelöst wurden. Am 22. November 1248 wurde sie nach einmonatiger Belagerung von Ferdinand III. von Kastilien erobert und blieb seitdem im Besitz der christlichen Spanier. Ihre zweite Glanzperiode fällt in das 16. und 17. Jahrhundert, als sie Hauptumschlagplatz des spanischen Seehandels und Zentrum der spanischen Kunst, namentlich der Malerei, war. Doch sank der Gewerbfleiß, als mit der Zeit ca. 300.000 Mauren in die muslimischen Gebiete nach Granada und Nordafrika auswanderten. Die bedeutende Stellung im Handel mit Amerika verlor Sevilla durch das Emporkommen des von den Bourbonen begünstigten Cadiz. 1729 wurde hier ein Friedens- und Freundschaftsvertrag zwischen Spanien, Frankreich und England abgeschlossen, welchem später auch Holland beitrat. Hier bildete sich am 27. Mai 1808 die spanische Zentraljunta, die sich am 1. Februar 1810 nach Cádiz zurückzog. Auch die Cortes flüchteten, als sie 1823 Madrid verließen, hierher und entführten den König von hier nach Cádiz.

Guadalquivir in Sevilla

Dort ist er heute nicht mehr, sondern entweder auf seiner Jacht oder im El Escorial in Madrid. Soll uns nicht kümmern, die Stadt soll auch ohne König etwas zu bieten haben. Erstmal fahren wir im Kreis weil „Erna“ mal wieder keinen Plan hat. Nach mehreren Umkreisungen und Fahrten über die Alamillo Brücke (erbaut anlässlich der Expo 1992) gelingt es uns das Hotel aufzufinden. Nach einer Erfrischung von den schmalen 40 ° C draussen zieht es uns in die Stadt.

Stiermetzgerei

Mit dem Bus geht das sehr gut und auch kostengünstig. Ausgestiegen wird an der Plaza de Toros. Ja die Stierkampfarena. Architektonisch sehr hübsch und umgeben von Statuen toter Toreros. Warum weiss kein Mensch, hier steht schliesslich auch keine Statue von Metzger Müller. Drinnen buchen wir eine Arenabesichtigung. Die Arena selbst ist auch ansehnlich, leider halten wir uns dort nur 2-3 Minuten auf bevor es in die Katakomben geht. Dort ist dann das Museum des Stierkampfs untergebracht. Die Tussi erzählt munter drauf los, voller Stolz. Meine Laune sinkt auf weit unter 0 bzw. ich bin kurz vor dem Platzen. Hier und mir stinkt es ganz gewaltig. Da wird erzählt wie auf menschenunwürdige Weise gechlachtet wird und der Metzger wird als Held verherrlicht. >>Die haben einen absoluten Defekt.«

Warum heisst das ganze Stierkampf? Unter Kampf versteht man doch das aufeinandertreffen einigermassen gleichstarker Gegner. Hier wird der Stier so lange gehetzt, getriezt und verwundet, bis er für den Torero leicht zu töten ist. Wie gesagt eine sehr ekelhafte und erniedrigende Art des Schlachtens, nicht mehr. Die Perversion wird komplett, dadurch, dass ein Farmer eine Kuh schlachtet, deren Sohn(Stier) einen berühmten Torero getötet hat. Allertiefste Abscheu überkommt uns. Kreaturen die so etwas tun sind keine Menschen.Alles weitere was ich noch gerne sagen würde bringt mich unweigerlich ins Gefängnis. Nur so viel, man sollte in der Arena mal den Stierkämpfer jemandem mit einer geladenen 45er gegenüber treten lassen. Ist etwa genauso fair, nur viel kürzer und weniger blutig...... Aber da ich dem Grunde nach friedlich bin schlucke ich den unbändigen Zorn mühevoll hinunter
http://www.tierlobby.de/stierkampf/

Stiermetzgerei  innen

Nach dem verlassen des Schlachthofes hat Sevilla jetzt viel gutzumachen.Wir schlendern den alten Guadalquivir entlang zum Torre del Oro, dem Turm des Goldes. Zunächst als Wachtum gebaut ist dort heute ein Museum untergebracht. Nicht weit von hier legten auch die Schatzflotten an, die den Reichtum der neuen Welt nach Spanien brachten und Sevilla zu einer der reichsten Städte der Welt machte.

Guadalquivir Torre del Oro
Palacio San Telmo
Plaza Espana

Am Palacio San Telmo und dem Hotel Alfonso XIII vorbei geht es zum Parque de Maria Luisa. Die neuere Gestaltung des Parks ist auf die Weltaustellung von 1929 zurückzuführen, zu deren Anlass auch die Plaza de Espana und die Plaza Americana errichtet wurden. Sehr beschaulich, besonders der Palacio de Espana und das Museo Arqueologico. Man kann hier auch schön mit Pferdekutschen entlangflanieren, aber wir gönnen uns lieber noch etwas Hitze und laufen zurück in die Stadt.

Plaza Americana

Mit hereinbrechender Dunkelheit erstrahlt auch der Torre del Oro in anderem Glanz. Aber als wir noch weitere Bilder machen wollen erleben wir fast eine Revolution. Ela und Nicole haben genug. Endgültig – Basta. Solchen Argumenten sollte man lieber nachgeben. Durch das Viertel Betis geht es zurück zum Bus und zum Hotel.

 

Torre del Oro
Neo- Mudejar Portal
Torre del Oro Sevilla bei Nacht

Schlaf! Mehr liegt nicht mehr drin
In unseren Träumen begegnen uns verwegene Seefahrer die von hier aus eine neue Welt entdeckte und unendliche Schätze nach Sevilla brachten
Morgen gibts dann mehr Sevilla.....
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Übernachtung: Tryp Macarena, Sevilla

KM: 195

 

Sevilla Tryp
Andalusien
Cordoba Real Alcazar