Siena

25.02.2005 New York und Pferderennen

Was ist denn jetzt los`? Draussen ist es so hell und oben am Himmel die Farbe, ist das blau?

Tatsache! Der Himmel hat unsere Gebete erhört oder man fürchtet da oben, dass wir sämtliche Weinvorräte aussaufen. Wie dem auch sei, wir werden die Chance nutzen. Sogar die Strassen sind frei, also kann das Turboprogramm beginnen. Los geht’s der Bolide rauscht sanft um dir Kurven und wir fahren Richtung San Gimignano, dem Vorläufer von New York. Die Stadt wurde im Mittelalter vergessen, d.h. weil sie unter die Herrschaft Florenz´ geriet war kein Geld da die unmodernen Wohntürme durch modernere Paläste zu ersetzen. Deshalb stehen die Dinger noch heute. Danke Florenz.....

Wohntürme San Gimignano

San Gimignano Skyline

Landhaus in der Toscana

Essen udn Trinken im Chianti

Torre GrossoHier der Live Bericht eines San Gimignanensers aus dem Jahr 1313: Morgens im 11. Stock aufwachen und der Fahrstuhl ist kaputt bzw. noch nicht erfunden. Runter, Milch holen für die Kinder.....
121 Treppen und das Knie schmerzt, daanch wieder hoch, auf den Tagesplan schauen, ah heute um halb 11 Gemetzel gegen Siena, Schwert um, 121Enge Gassen Treppen  kurzer Schwertkampf, ein Hieb in die Seite 2 Zähne verloren, Mittagspause. 121 Treppen. Den Morgenstern repariert, heute Mittag Treffen mit den anderen Ghibbellinen und Schlacht gegen die Guelfen,
121 Treppen.... Die Schlacht fällt aus, der Gegner hatte nicht mehr genügend Spieler, Scheiss Pest.... 121 Treppen....., Abendessen, Wassersuppe mit trocken Brot, Abendandacht und Feuerholz holen, 121 Treppen und das Knie streikt........ Morgen früh springe ich zum Fenster raus......

Wir hingegen wissen zu schätzen, dass man uns diese Türme stehengelassen hat. Leider sind wir nicht allein. Ein paar Amerikaner haben auch hierher gefunden. Lt. Informationen besuchen 8 Mio. Leute jedes Jahr San Gimignano. Da heute nur 1000 da sind, sind es im Sommer also 40.000 am Tag. Dafür gibt es 100 Parkplätze und 3 Toiletten.....
Wir erkundigen uns noch nach dem besten View, der lt. Touristeninformation an einer einsamen Country Road liegt. Danach wird’s amerikanisch. Auf dem Weg zur Aussicht fällt mir eine 2 Zentner schwere Amerikanerin in die Arme und will mich zum Dank am liebsten gleich heiraten (dabei habe ich sie nur vom Sturz in eine Pfütze gerettet) und eine weiter möchte uns beinahe adoptieren, weil wir ihr eine Karte vom Ort schenken (gibt’s umsonst in der Touriinfo –allerdings steil steil steil bergauf....) Dann also nix wie weg..
Die Countryroad erweist sich als Erfolg. Man sieht von hier die gesamte Skyline. Wäre man findig würde man dafür Eintritt verlangen – oder die Bilder verkaufen – Bestellungen unter.....

Die sanften Hügel bei Volterra

Ein Staatsgefängnis !

Gut weiter geht’s. Nach Volterra, vermutlich wurde dort Voltaren erfunden. Weil die Leute Kopfschmerzen bekommen. Von den gepriesenen Hügeln keine Spur, nur Abgase von Wahnsinnigen, die meinen bei Nässe und Glätte durch die Kopfsteinstrassen rasen zu müssen.
Die vermeintliche Burg erweist sich als Staatsgefängnis. Schade um dem Ausblick den man von oben hätte. Irgendwie verschliesst sich uns die Stadt und auch die Toiletten sind verschlossen. Raus hier......

Monterreggio

Piazza il campo

Dom von Siena

Piazza il campo

Torre del Mangiadann lieber weiter nach Siena.... aber die Zeit wird knapp. Wir kommen noch rechtzeitig auf diePeter im Cafe Piazza il campo. Also satteln wir die Kamera und reiten um den Platz. Sehr schöne Atmosphäre, aber dass hier Pferde rumrennen sollen, bei den engen Kurven ohne Kiesauslauf, nun ja andere Zeiten andere Sitten. Den Turm wollten wir eigentlich auch besichtigen. Aber die Öffnungszeiten von 11.15-15.15 sind – selbst im Winter ein schlechter Witz. Tja geizige Sienesen, das hat sie wohl auch die Unabhängigkeit gekostet. Wir schauen uns noch den Zebradom an. schwarzweis (Holger meint grün) gekringelt sieht er wirklich so aus. Leider wird hier Eintritt verlangt, so dass uns das innere der Kirche leider verschlossen bleibt. Amen.
Engel auf dem Dom

 In der Dunkelheit geht es zurück zur Fattoria, wobei wir uns prompt verfahren. Wir wählen einen gewagten Weg, doch o Tag der Wunder der führt uns nicht zu den 7 Zwergen sondern fast direkt zur Fattoria.
So endet auch dieser Tag mit Pasta und Vino.
 ca. 180 km 

By the way: „ das sind doch Minigolfbahnen und keine Toiletten“ – Peter zu den etwas unüblichen Toiletten in San Gimignano – kein Toilettensitz nur ein hole in the floor....  

26.02.2005

 Früh allzu früh, viel zu früh geht es heute los. Der Flug von Pisa nach Lübeck startet schon um 10.25 Uhr. Also im Schnelldurchlauf- Austehen, fertig machen, Frühstücken, Kopfweh bekämpfen (Peter), Rechnung bezahlen, Wein kaufen, Koffer durch den Schnee zum Wagen schleppen, beladen, Abfahrt, Tanken im Tal.
Danach geht es im Tiefflug nach Pisa. 1.30 für 130 km sind nicht schlecht und reichen für den Flieger..... Tschüss Holger und Ela, es war wieder klasse mit Euch.... und Ciao Toskana...
Jetzt rollen auch wir Richtung Heimat, quer durch Bella Italia und die Schweiz, gegen 20.20 Uhr sind wir nach 818 km wieder daheim..... Schön wars.....